Der Arbeitsablauf : Abschleifen,
etwaige Fugen und Risse reparieren, dann versiegeln. Wie man in fünf
Schritten das Parkett renoviert, beschreibt Sadolin. Auf Grund dieser Broschüre
haben wir diese Tipps für Sie erstellt.
Vorbereitende Arbeiten vor dem Parkettschleifen
Sockelleiste entfernen Nägel versenken. Parkett
ist neu oder alt: Vor der Versiegelung muss der Boden
geschliffen werden. Bei alten Böden wird bis auf das rohe Holz
abgeschliffen, bei neu verlegten Böden soll nur eine glatte Oberfläche
geschaffen werden. Schaffen Sie eine freie
Arbeitsfläche, indem Sie Möbel, Teppiche, Vorhänge usw. so viel wie
möglich entfernen. Nun
die Sockelleisten entfernen. Am besten mit einem
kleinen Meißel. Zum Schutz der Wand einen Holzkeil dazwischen
schieben. Prüfen Sie anschließend die Beschaffenheit des Fußbodens:
Leimen Sie gelöste Holzteilchen fest und versenken Sie vorstehende
Nagelköpfe. Diese beschädigen später das Schleifpapier und
durch Funkenschlag kann sich der Beutel mit dem Schleifmehl entzünden. Vor dem
Schleifen den Boden noch einmal gründlich absaugen.
Schleifen des Parkett- oder Holzfußbodens
Parkett schleifen: Es gilt zu
unterscheiden, ob der Boden nur eine Auffrischung benötigt, wie
beispielsweise Laufspuren entfernen oder ein einheitliches Farbbild,
oder ob ein kompletter Farbwechsel oder eine gründliche Bodensanierung
fällig ist. Ist es mit einer Auffrischung getan, genügt es,
die beschädigte Lackschicht zu entfernen beziehungsweise matt zu
schleifen, um eine Verbindungsbasis für den neuen Lack zu schaffen. Dazu geht
man mit einem Schwingschleifer einmal über das Parkett, um es
anschließend neu zu versiegeln. Alle anderen Arbeiten verlangen einen
intensiveren Arbeitsaufwand.
Schleifgang Neu verlegter Boden Alter
Parkett-boden Alter Dielen-boden mit Farbe
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Schleifgang |
Neu verlegter Boden |
Alter Parkett-boden |
Alter Dielen-boden mit Farbe |
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1. Gang |
K 40 |
K 24 |
K 16 |
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2. Gang |
K 60 |
K 40 |
K 40 |
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3. Gang |
K 100 |
K 60 |
K 60 |
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4. Gang |
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K 100 |
K 100 |
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K = Körnung |
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Die Schleifrichtung hängt von der Oberfläche
ab:
Mosaikparkett oder in Würfeln verlegtes Parkett schleifen Sie diagonal
zum Faserverlauf von links nach rechts.
Stabparkett schleifen Sie im Winkel 7-15 Grad. Der Feinschliff erfolgt
dann in Faserrichtung. Dielenboden schleifen Sie parallel zum
Dielenverlauf. Sollte der Boden Unebenheiten aufweisen, empfiehlt sich
hier jedoch eine diagonale Schleifbewegung, damit die Unebenheiten
schneller plan werden.

Führen Sie die Schleifmaschine ruhig und
kontinuierlich über die Oberfläche. Solange die Schleifwalze in Betrieb
ist, dürfen Sie weder stehenbleiben noch die Schleifrichtung ändern.
NICHT STEHENBLEIBEN.
Es entstehen sonst Vertiefungen, die sich nicht
mehr beseitigen lassen. Gibt es Unebenheiten im Boden, wird die Stelle
im rechten Winkel zur Schleifrichtung abgeschliffen. Die
Schleifpapierkörnung bleibt dabei die gleiche. Um Schleifspuren zu
vermeiden, wird anschließend noch einmal in der alten Richtung
nachgeschliffen. Der Schliff wird in Richtung des Lichteinfalls (vom
Fenster weg) mit der feinsten Körnung durchgeführt. Danach gründlich
absaugen und am besten noch mit einem leicht angefeuchteten Tuch
nachwischen.
Tipp: Der Staubsack bei Drittel voll entleeren,
da die Absaugleistung der Maschine sonst sehr schnell nachlässt. Da der
Schleifstaub leicht entzündlich ist, sollte der Staubsack am besten im
Freien gelagert werden.
Ränder und Ecken
Ecken schleifen: Vor dem letzten Schleifgang
kommt die Rand- und Eckenschleifmaschine zum Einsatz. Spannen Sie eine
Scheibe mit 40er Körnung auf den Schleifteller. Fahren Sie dann kreisend
- ohne zusätzlichen Druck - über die bisher unbearbeiteten Flächen. Auch
hier sollten Sie ständig in Bewegung bleiben, um Schleif- und
Brandspuren zu vermeiden. Für den abschließenden Feinschliff nehmen Sie
eine 100er Körnung. Darauf achten , dass der Übergang von der
Fläche zum Rand glatt verläuft. Vergessen Sie zudem nicht die schwer
zugänglichen Flächen unter der Heizung und in den Ecken nicht. Hierfür
hat Ihre Maschine spezielle Vorsätze.
Risse, Fugen und loses Parkett
Risse und Fugen ausbessern:
Prüfen Sie vor dem letzten Schleifgang, ob jetzt noch kleine Fugen oder
Risse zu sehen sind. Diese lassen sich leicht ausbessern mit
Parkett-Fugenlösung. Diese wird mit Schleifstaub zu einer Masse
angeteigt, die dann mit dem Spachtel auf der Bodenfläche verteilt wird.
Die überschüssige Masse gleich mit dem Spachtel abkratzen. Bei größeren
Fugen das Ausspachteln gegebenenfalls wiederholen. Nach 30 bis 45
Minuten ist die Masse hartgetrocknet und Sie können mit dem Feinschliff
beginnen.
Versiegeln mit Parkett- oder Holzbodenlack
Versiegelungsvorbereitungen: Vor der Versiegelung muss der Boden noch
einmal sehr gründlich abgesaugt werden. Dann wird der Versieglungslack -
z.B. Parkettlack oder der Holzbodenlack von Sadolin - in gleichmäßigen
Streichbewegungen aufgetragen. Arbeiten Sie dabei von der Lichtquelle
(Fenster) weg. Der Vorteil ist, dass Fehlstellen sofort erkannt und
nachgearbeitet werden können. Der Parkett- oder Holzbodenlack sollte
idealer Weise in breiten Streifen von etwa 1,50 Metern auf der gesamten
Raumbreite gestrichen werden. Wichtig: Schützen Sie die Fläche während
des Versiegelns gegen direkte Sonneneinstrahlung.
Bläschenbildung.
Versiegeln mit Holzbodenlack: Die zweite Schicht am nächsten Tag
auftragen. Zuvor empfiehlt sich ein Zwischenschliff, da das
Holz durch aufquellende Fasern aufraut. Machen Sie den Zwischenschliff
per Hand oder Handschleifer mit einer 120er Körnung. Danach müssen Sie
den Boden unbedingt wieder säubern. Nach dem zweiten Lackauftrag ist der
Boden am Folgetag bereits begehbar. Allerdings benötigt er etwa zwei
Wochen, um gegen handelsübliche Haushaltsreiniger resistent zu sein.
Erst dann ist der Lack voll belastbar. Für einen besonders
widerstandsfähigen Boden ist ein dritter Anstrich sinnvoll.
Holz mit Lack versiegeln:
Für eine Versiegelung mit Lack ist in der Regel eine Grundierung mit
einem Grundsiegel erforderlich. Dieses schließt die Poren und hebt die
Maserung des Holzbodens hervor. Während der Versiegelung ist direkte
Sonneneinstrahlung zu vermeiden, da sich sonst Blasen bilden. Nach dem
Trocknen folgt ein Zwischenschliff mit 120er Schmirgelpapier.
Anschließend säubern Sie das Parkett und tragen den richtigen Siegellack
auf. Grundierung und Lack sollten aus dem gleichen System des
Herstellers stammen. Soll der Parkettboden möglichst widerstandsfähig
sein, sind drei Lackschichten ratsam.
Parkett ölen oder wachsen
Mit der richtigen Pflege sieht der Parkettboden lange gut aus. Wer den
Bodenbelag lieber mit Öl behandelt, hat die Wahl zwischen aushärtenden
und nicht aushärtenden Produkten. Im Gegensatz zum Lackieren entsteht
beim Ölen keine versiegelte Schicht sondern ein offenporiger Schutzfilm.
Bei nicht aushärtenden Ölen ist eine zusätzliche Behandlung mit Wachs
sinnvoll, um das Holz vor Verschmutzungen zu schützen. Wie Lack sollte
auch Öl mindestens zweimal aufgetragen werden und aushärten.
Wachse sind sowohl in fester als auch in Lösemittel gelöster Form
erhältlich. Sie schützen den Parkettboden vor Abrieb, Wasser sowie
Verschmutzungen. Daneben gibt es Öl-Wachs-Kombi-Produkte, bei denen das
Parkett zuerst geölt und anschließend gewachst wird.
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